Screenshot der Weinradar-App

Ahrtal‑Know‑how für die Hosentasche: Der aus Ahrweiler stammende, heute aber an der Mosel lebende Martin Dickau hat die Weinbergslagen des Ahrtals digitalisiert und eine Handy-App entwickelt, die Wanderern zeigt, in welcher Weinbergslage sie sich gerade befinden. Heute lebt Dickau zwar in Boppard, aber seine digitale Spur führt direkt in das Tal seiner Heimat zurück. Seit einigen Wochen kann man seine App gratis aus dem Android‑Store herunterladen. Sie bringt etwas zurück, das nach der Flutkatastrophe vor knapp fünf Jahren vielerorts schmerzlich fehlt: Orientierung im Weinberg. Wer mit der App unterwegs ist, bekommt beim Blick durch die Kamera Antworten auf folgende Fragen:

  • Welche Lage ist das?
  • Welche Lagen befinden sich in der Nähe?
  • Wie ist die Ausrichtung?
  • Welcher Weingüter und Winzergenossenschaften bewirtschaftet hier Rebflächen?
  • Welcher Untergrund prägt den Wein?

Gerade im Ahrtal, wo viele Lagen neu gedacht, neu bepflanzt oder neu kartiert wurden, ist das ein echter Mehrwert. Der General‑Anzeiger nennt die App deshalb einen „digitalen Sommelier für die Hosentasche“.

Im Kartenmodus zeigt die App nicht nur Wege und Lagen, sondern auch:

  • Aussichtspunkte über dem Tal
  • Parkplätze in der Nähe der Steillagen
  • Gastronomie und Straußwirtschaften
  • Weingüter entlang der Rotweinroute

Damit wird jede Tour durchs Ahrtal ein Stück planbarer – und ein Stück genussvoller.

Die App verknüpft Lagen idealerweise direkt mit den Weinbaubetrieben, die dort Reben stehen haben. So kann man seine Wanderung so planen, dass man den passenden Ahr‑Spätburgunder genau dort probiert, wo er wuchs. Näher kann man dem Terroir kaum kommen.

Dickau arbeitet bereits daran, auch die übrigen rheinland‑pfälzischen Anbaugebiete einzubinden. Danach sollen Filter folgen – etwa für Top‑Lagen. Für das Ahrtal heißt das: Noch mehr Transparenz, noch mehr Orientierung, noch mehr Lust aufs Entdecken.