Wenn das Ahrtal eines kann, dann ist es: Menschen zusammenbringen – mit Wein, Wetter und einer Atmosphäre, die man nicht kopieren kann. Der diesjährige Tag der offenen Weinkeller hat das wieder eindrucksvoll gezeigt. Zwischen Altenahr und Heimersheim öffneten 17 Betriebe ihre Türen, und schon früh am Morgen des Samstags war klar: Das wird ein großer Tag für die Ahr.
Früh voll, lange voll – und überall gute Stimmung
In der Ahrweiler Altstadt ging es besonders flott los. Beim Weingut Franz Coels, einem der traditionsreichsten Familienbetriebe der Stadt, standen die ersten Gäste schon vor 11 Uhr in der Ahrhutstraße. Kein Wunder: Die Coels‑Familie ist seit Generationen eine feste Größe im Ahrweiler Weinleben – und wer einmal im Weingarten gesessen hat, weiß, warum so viele Stammgäste immer wiederkommen.
Aber auch anderswo lief es rund. Beim Weingut Lingen in Hemmessen herrschte durchgehend Betrieb, und die sonst übliche Mittagsflaute fiel diesmal komplett aus. Die Höfe waren voll, die Stimmung leicht, und viele Gäste nutzten die Gelegenheit, mehrere Stationen miteinander zu verbinden – Wandern, Probieren, Weiterziehen.
Dagernova: Eisgekühlter Pinot und ein volles Haus
Die Dagernova Weinmanufaktur war wieder ein Publikumsmagnet. Ein eisgekühlter Pinot sorgte für überraschte Gesichter und volle Gläser. Ab dem Nachmittag wurde es dort richtig eng – viele Besucherinnen und Besucher blieben länger als geplant, bevor sie später zur After‑Wine‑Party weiterzogen.
Einziger Wermutstropfen: Mayschoß bleibt abgehängt
Während fast alle Betriebe einen starken Tag erlebten, traf es das Weingut Sermann hart. Die Sperrung zwischen Mayschoß und Altenahr und gleich zwei Zugausfälle machten den Weg dorthin, wie die Rhein-Zeitung berichtet, für viele Ahrweinfreunde schlicht zu umständlich. Der Familienbetrieb hatte dadurch deutlich weniger Gäste als erwartet – und das trotz aller Vorbereitung.
Inhaber Lukas Sermann nahm es sportlich und zeigte sich solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen im Tal. Aber klar ist: Kleinen Betrieben können solche Rahmenbedingungen richtig wehtun.
Ein Tag, der zeigt, wie lebendig die Ahr ist
Trotz dieses einen Schattens war der Tag der offenen Weinkeller ein starkes Signal:Die Ahr lebt, sie zieht Menschen an, sie begeistert – und sie zeigt, wie viel Herzblut in den Weingütern steckt, die hier seit Jahrzehnten (und oft seit Jahrhunderten) arbeiten.
Die Mischung aus Wetter, guter Organisation, offenen Höfen und neugierigen Gästen hat wieder bewiesen, warum solche Tage im Ahrtal mehr sind als nur Veranstaltungen. Sie sind ein Stück Identität.
